Ostern ohne Auferstehungskirche: Umbau und Sanierung bis Herbst

Ostern ohne Auferstehungskirche: Umbau und Sanierung bis Herbst

by Regine Klusmann, 8. Mai 2017
Das Osterfest können die evangelischen Christen in Überlingen nicht in der Auferstehungskirche feiern, denn sie wird gerade umgebaut und saniert. Zwei Tage standen die Arbeiten still, weil ein Baukran defekt war. Außerdem wurde bekannt, dass Heizungsanlage und Dach teurer werden als geplant. Aber der Zeitplan für die Arbeiten kann eingehalten werden: Im Herbst können die Überlinger wieder Gottesdienste in ihrer „neuen alten Kirche“ feiern.

Ostern ist das Fest der Auferstehung. Doch die evangelische Kirchengemeinde kann das Osterfest ausgerechnet im Luther-Jahr nicht in ihrer Auferstehungskirche feiern. Das 150 Jahre alte Gotteshaus wird derzeit grundlegend saniert.

Dabei läuft nicht immer alles rund, wie Bauleiter Knut Hütz auf SÜDKURIER-Nachfrage erklärte. So sah der Baukran vor zwei Wochen eher wie ein skurril-futuristisches Kunstwerk als wie ein Arbeitsgerät aus. „Es ist nichts Spektakuläres“, sagte Hütz, es sei nur ein kleines technisches Problem gewesen. Die Laufkatze auf dem Ausleger des Krans war defekt. Um die Laufkatze für die Reparatur vom Ausleger herunternehmen zu können, wurde der Kran halb abgebaut. „Es macht keinen Sinn, den nicht funktionsbereiten Kran wieder aufzubauen.“ Daher blieb der Kran in seiner halb abgebauten Position, bis die reparierte Laufkatze wieder eingebaut worden war. „Das ist nervig“, erklärte Hütz, „wir haben schönstes Wetter und wir stehen gerade. Dabei wollen wir bauen. Aber so ist es.“ Hütz erklärte, dass die Verzögerung keinen Einfluss auf die Fertigstellung haben werde. Bereits zwei Tage später funktionierte der Baukran wieder und auf der Baustelle konnte weiter gearbeitet werden.

Der defekte Baukran vor der Auferstehungskirche konnte innerhalb von zwei Tagen repariert werden. Der Zeitplan für die Fertigstellung kann eingehalten werden.

Der defekte Baukran vor der Auferstehungskirche konnte innerhalb von zwei Tagen repariert werden. Der Zeitplan für die Fertigstellung kann eingehalten werden. | Bild: Dieter Leder
Architekt Wolfgang Lorch (vorn) mit Zuhörern im Garten des Pfarrhauses bei der Präsentation des Baumusters der Fassade.

Architekt Wolfgang Lorch (vorn) mit Zuhörern im Garten des Pfarrhauses bei der Präsentation des Baumusters der Fassade. | Bild: Dieter Leder

Doch wer glaubte, dass auf der Baustelle alles nach Plan läuft, der wurde von Lorch eines Besseren belehrt. Denn sowohl die Heizung als auch das Dach machten mehr Probleme als gedacht. Die Heizung muss komplett ausgebaut werden und „im Dach ist der Wurm drin“, erklärte Lorch: „Der Holzwurm hat nicht gut getan.“ Ursprünglich war geplant, nur einzelne Balken auszutauschen, aber „als man es aufgemacht hat, sah es nicht gut aus.“ Das gesamte Dach muss nun neu gebaut werden.

Doch es geht bei Dach und Heizung nicht nur um den Zeitplan. Auch der Finanzplan muss eingehalten werden. Und Heizung und Dach verursachen eine Überschreitung der Baukosten von 20.000 und 60.000 Euro, erklärte Lorch. Die Landeskirche übernehme glücklicherweise die Kosten. Im Gegenzug sagte Lorch zu, noch Geld einzusparen.

Doch der Architekt gab auch einen freudigen Ausblick auf die neue Kirche. „Ab jetzt bauen wir auf!“ Er zeigte nochmals auf, wie die neue Kirche aussehen wird, mit all den Neuerungen: Der Zugang wird barrierefrei werden und assistenzbedürftige Menschen werden inklusionsgerecht als Teil der Gemeinde in der Mitte aufgenommen werden. Dank modernster Induktionsanlage werden auch schwerhörige Menschen in den vollen Genuss von Musik und Predigt kommen. Und mit der im Boden versenkbaren Projektionswand können auch neue Medien genutzt werden, wie Lorch ausführte.

„Die Kirche hat Geschichte“, erklärte Lorch. Darauf müsse auch er als Architekt „ruhig und angemessen reagieren“. Die alte Kanzel könne hergerichtet werden, aber die Seitenempore werde abgerissen. Lorch spricht von neuen Sehlinien und einer neue, hellen Kirche mit einer neuen Bestuhlung. Es wird keine Stühle geben, sondern Bänke, das konnte er schon zusagen. „Die Bank hat den Vorteil, dass wir zusammenrücken können.“

Im Garten stellte er noch einen Entwurf für die Fassade vor, denn die Kirche sei das Gesicht der Gemeinde. Er freue sich schon darauf, später einmal in die „neue alte Kirche“ gehen zu können.

http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/ueberlingen/Ostern-ohne-Auferstehungskirche-Umbau-und-Sanierung-bis-Herbst;art372495,9215618

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